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07.10.
2010

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – Eine kulturwissenschaftliche Betrachtung neuer „Unterhaus-Riten“.

Seit mehreren Jahren kann man im idyllisch gelegenen oberösterreichischen Dorf Aurach am Hongar eigentümlich anmutende Beobachtungen machen. Immer im März, stets in den kältesten Tagen des Jahres, kommen Jugendliche der näheren Umgebung zusammen um sich gemeinsam einem Kult „neuerer Generation“ hinzugeben.

Keiner und keine lässt sich von Eis und Schnee, klirrender Kälte oder gar Frostbeulen davon abhalten, bei dieser magischen Handlung eine tragende Rolle zu übernehmen. Treffpunkt ist der im Ort liegende Fußballplatz, der durch die eisige Umklammerung des Winters nur schwer bespielbar ist. Je nach Wetterlage gestaltet sich die Länge der  kollektiven Aufwärmphase, die sektenhaftee Züge annehmen kann. Durch Werfen eines flachen Zugvogeleis (ornithologische Besonderheit) werden die Mannschaften fixiert. Ein schwer verständliches Regelwerk macht es möglich, dass „alle gegen niemanden“ spielen. Tore zählen nicht, allein der nachgeahmte Flug der Schwalben (Hirundinidae) gelangt zur Wertung. Möglichst viele Schwalben sollen dazu beitragen, dass der Frühling erwachen kann! Denn: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer!

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