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03.10.
2010

Jöchl Alexander, Hermann Lohninger, Chris Müller- 2003

Lesen von Geschichte auf dunklem Granit

Aus dem nahe gelegenen Steinbruch in Mauthausen, der dem Kz angeschlossen war, wurde das Baumaterial für die „Jugendstadt des Führers- Hitropolis“ gebrochen.

Missbraucht für die Repräsentationsarchitektur des NS-Regimes liegen die Baussteine gesellschaftlichen Wahns und deren damit verbundene Geschichte unter alltäglichem Vergessen und der Unwissenheit verschüttet. Von den monumentalen Neugestaltungsplänen blieben unter anderem die so genannten Brückenkopfgebäude und deren Arkadengänge aus dunklem Granit. In den von KZ Häftlingen verlegten Boden der Arkadengänge wurden auf acht Granitfeldern mittels Steinkonservierung Wortkombinationen um gleichseitige Dreiecke (Winkel), dem Zeichen der Kriminalisierten und Arrestierten, angeordnet.

Ziel dieses temporären Eingriffes war es, die PassantenInnen beim durchschreiten der Passage mit den Zeichen am Boden zu irritieren, zum lesen anzuregen, und über die Wörter und Zeichen auf den Kontext verweisen, dadurch einen Zugang zu einem Teil der Geschichte zu eröffnen und sich der Umstände der Entstehung dieses Bodens zu erinnern.

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