01 Apr. NEUropa Ein neues Narrativ
Beim DELTA Innovation Talk lud die DELTA AG zu einem offenen Dialog über digitale, nachhaltige und soziale Transformation in den Grand Salon ein. Im Mittelpunkt stand ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: NEUropa – ein neues Narrativ. Durch den Abend führte Moderatorin Eva Aspalter, die ihre Gesprächspartner:innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen miteinander ins Gespräch brachte: Gerald Karner, Iryna Alekseeva, Maria Dietrich und Wolfgang Kradischnig.
Trotz ihrer unterschiedlichen beruflichen Hintergründe verbindet die Podiumsgäste ein zentraler Punkt: Ihr Lebensmittelpunkt ist Europa. Ein Europa, das für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und Frieden steht und dessen Werteordnung zunehmend unter Druck gerät. Autoritäre Regime und menschenrechtsfeindliche Kräfte stellen das europäische Modell infrage und fordern dessen innere Stabilität heraus.
Gerade deshalb war der Abend ein bewusst gesetztes Zusammenkommen, um über NEUropa zu sprechen: Wie kann Europa neu gedacht werden? Wie reagieren wir angemessen auf die geopolitische Lage? Welche Handlungsmöglichkeiten haben wir als Europäer:innen und welche persönliche Bedeutung verbinden die Gäste mit einem NEUropa?
Bevor das Podiumsgespräch startete, hielt Gerald Karner Brigadier und Sicherheitsexperte eine Keynote zur aktuellen Lage in Europa und erwähnte, warum Europa nicht länger als Bittsteller auftreten darf. Dazu ist sein neues Buch „Der unterschätzte Kontinent. Warum Europa die Zukunft gehört“ im edition a Verlag erhältlich Der unterschätzte Kontinent | Politik | Bücher | edition a.
Die Antworten fanden Ausdruck in klaren Appellen, persönlichen Reflexionen und eindrücklichen Botschaften:
Gerald Karner, Brigadier & Militärexperte Karner
plädierte dafür, einen europäischen Patriotismus zu entwickeln, ein Gefühl der Zugehörigkeit und Verantwortung, das über nationale Grenzen hinausreicht. Er zitierte aus seinem Buch „Der unterschätzte Kontinent. Warum Europa die Zukunft gehört“ und betonte, dass Europas Stärke in seiner Vielfalt, seinen Institutionen und seinen demokratischen Fundamenten liege.
Iryna Alekseeva, Juristin, Schiefer Rechtsanwälte GmbH
Alekseeva sprach aus der persönlichen Erfahrung einer Europäerin mit ukrainischen Wurzeln. Für sie ist Europa stark wegen seiner demokratischen Werte. Sie appellierte an mehr Nachhaltigkeit politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Für ihre Heimat Ukraine wünscht sie sich einen Neuaufbau, der ein eigenes, selbstbewusstes Narrativ prägt und dem Land eine neue Identität in Europa ermöglicht.
Maria Dietrich, Co-Founder und CSO CMb.industries
Mit dem Zitat von Richard von Weizsäcker brachte Dietrich die Essenz Europas klar auf den Punkt: „Wo Freiheit, Menschenrechte und Pluralismus sind, da ist Europa.“
Für sie ist Europa dort lebendig, wo Menschen ihre Rechte wahrnehmen können, wo Vielfalt möglich ist und gesellschaftlicher Fortschritt gewollt wird. Darin liege die Kraft und Resilienz Europas
Wolfgang Kradischnig, CEO, DELTA AG
Kradischnig sieht in NEUropa vor allem eine Haltungsfrage. Für ihn bedeutet NEUropa ein Europa, das wieder aus eigener Kraft denkt, eines, das wirtschaftlichen Erfolg, ökologische Verantwortung und soziale Stabilität zusammendenkt. Entscheidend sei, endlich den Schritt von der Analyse ins Handeln zu schaffen.
Der DELTA Innovation Talk zeigte deutlich: NEUropa ist ein gemeinsames Projekt. Ein Aufruf, Europa neu zu denken, mutig, solidarisch und zukunftsorientiert. Ein Europa, das mit einer selbstbewussten Vielfalt und Haltung auf äußere Bedrohungen reagiert und aus innerer Überzeugung handelt.
Fotos (c) MecGreenie