OTTO – KI im Spiegelblick der Erkenntnis

Das einzigartige denkmalgeschützte Otto Wagner Areal in Wien ist Sinnbild für Humanismus und Menschenwürde. Nach dem Ende der klinischen Nutzung ist ein Patient geblieben: die künstliche Intelligenz. Nun stellt sich das Areal in den Dienst des Digitalen Humanismus und bittet die KI auf die therapeutische Couch der Erkenntnis.

Mit dem Leitbild des Digitalen Humanismus verfolgt Wien das Ziel, Digitalisierung konsequent am Menschen auszurichten und technologische Innovation mit demokratischen, sozialen und ethischen Werten zu verbinden. Die Stadt versteht digitale Technologien und künstliche Intelligenz nicht als Selbstzweck. Im Zentrum stehen dabei eine verantwortungsvolle Nutzung, der gleichberechtigte Zugang sowie die Stärkung einer offenen, inklusiven und resilienten Stadtgesellschaft. Wien möchte sich damit international als europäische Modellstadt positionieren, in der technologischer Fortschritt mit sozialer Verantwortung und öffentlichem Interesse verbunden wird.

Das Otto Wagner Areal soll der physische Ort werden, an dem nicht nur über die nächste Stufe der Künstlichen Intelligenz gesprochen wird, sondern vor allem über die Folgen für den Menschen. Vor fast 120 Jahren hat Otto Wagner ein faszinierendes Ensemble entworfen. Sein Maßstab war die Menschenwürde. Nach mehr als einem Jahrhundert klinischer Nutzung führt die Stadt Wien das Otto Wagner Areal jetzt in eine neue Zukunft. Das einzigartige denkmalgeschützten Quartier wird nun Heimstätte für Kultur, Bildung, Wissenschaft, Gedenken, Forschung, Technologie und Humanismus; zu einer Wiege neuen Wissens.

OTTO – Orientierung, Technologie, Tautologie, Ontologie

Die neue Leitfrage lautet: Was macht KI mit unserem Menschsein – mit unserer Psyche, unserer Gesellschaft, unserer Würde, unserem Wollen, Werden und Schaffen? Jeder Fortschritt braucht Bewusstsein. Gemeinsam mit den klügsten Köpfen legen wir die neue Zeit und ihre Produkte auf Freuds Couch. Eine Anamnese im Sinne des Digitalen Humanismus. Ein Spiegelblick im Sinne der Erkenntnis.

Es geht nicht um Technikbegeisterung oder Kulturpessimismus. Es geht um Reflexion. Um Verantwortung. Um Gestaltung. Während überall Technologiezentren entstehen, fehlt ein Ort, der die existenziellen Fragen der digitalen Gegenwart systematisch verhandelt; forschungsbasiert, kulturell, erfahrbar.

Aus dieser Frage entsteht ein zweiteiliges Vorhaben: ein ständiger Gesprächs- und Denkort am Otto Wagner Areal im ehemaligen Direktionsgebäude und ein jährliches Leuchtturm-Ereignis, das das gesamte Areal bespielt mit dem Arbeitstitel Schlüsseldialoge im Sinne unserer Existenz führt.

Kein Maschinensturm, sondern gesellschaftlicher Diskurs

Dort, wo Otto Wagner einst Räume für die Heilung der menschlichen Psyche entwarf, kann heute ein Ort für die Psyche einer digitalisierten Gesellschaft entstehen. Die historische Mission des Areals erfährt eine zeitgemäße Übersetzung: Es geht nicht mehr darum, einzelne Seelen zu heilen, sondern das Verhältnis einer ganzen Gesellschaft zu ihren mächtigsten Werkzeugen. Das verbindet die Bedeutung des Ensembles mit einer hochaktuellen Debatte. Deshalb: Kein Tech-Hype, keine Maschinenstürmerei, ein Reflexionsraum mit gesellschaftlicher Relevanz

Es geht ausdrücklich nicht darum, das nächste KI-Zentrum zu bauen. Davon gibt es viele. Die Differenzierung liegt im Zugang: lange Gespräche statt schneller Demos, Reflexion statt Apologetik, der Mensch statt der Maschine im Zentrum. Genau diese Haltung macht den Ort so attraktiv, der im gesellschaftlichen KI-Diskurs als verantwortungsbewusster Akteur sichtbar werden will.

Wien, Freud und der Digitale Humanismus

Wien ist nicht zufällig der richtige Ort. Als Stadt Sigmund Freuds trägt sie das Erbe jener Denkschule in sich, die erstmals systematisch das Unbewusste erforschte. Heute steht eine analoge Aufgabe an: das „digitale Unbewusste“ zu verstehen. Jene Muster, Abhängigkeiten und Dynamiken, die sich in unserer technologischen Existenz manifestieren. Die Stadt Wien hat den digitalen Humanismus zu einem ihrer Exzellenzfelder erklärt. Das Vorhaben verkörpert diesen Anspruch in Reinform.

Interesse? Jetzt OWA nie!

Pioniere, Interessierte und Entdecker:innen aufgepasst: Wer plant, mit seiner Organisation nach Wien zu gehen, ein Unternehmen zu gründen und dafür den perfekten Ort sucht oder sich mit der KI auf Freuds Couch legen möchte, möge sich gerne bei uns melden: